Zu der Zeit, da ich in Poitiers die Rechte studierte,
lebte in Smarves ein ehrlicher braver Bauer, Peter Pinsel mit Namen,
ein vorzüglicher Kirchensänger und allgemein geachteter, gesetzter Mann.

Dieser gute Mann schlichtete mehr Prozesse,
als im Justizpalast zu Poitiers, im Landgericht zu Montmorillon
und in der Gerichstsstube von Altparthenay zusammen entschieden wurden,
weswegen er auch in der gesamten Umgegend in hohem Ansehen stand.

Alle Streitigkeiten, Zwiste und Prozesse
entschied er in oberster Instanz,

obgleich er kein Richter, sondern nur ein ganz ehrlicher, einfacher Mann war.
Kein Schwein wurde in der ganzen Gegend jemals geschlachtet, von dem er
nicht seine Scheibe Speck und seine Wurst abbekommen hätte, und fast alle
Tage war er entweder bei einem Schmaus, einem Festgelage, einer Hochzeit,
einem Familienfest, einer Kindstaufe oder in der Schenke. ­Wohlverstanden:
immer zum Schlichten, denn er schlichtete nie anders, als dass die Parteien
miteinander trinken mussten, was, wie er sagte, ein Symbol der Versöhnung,
der wiederhergestellten Harmonie und des erneuten guten Einvernehmens sei.

Hier zum maison d'accord

(aus "Gargantua und Pantagruel" von François Rabelais, 1494 bis 1553 (!),
eine fantastische Geschichte, äußerst amüsant und dabei nachdenklich und hintergründig,
staunenswert wort- und sprachgewaltig, das reine Vergnügen, sehr empfehlenswert).
ISBN 3-458-31777-5


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Georg Fasold, winne:two®-Erfinder